VAT in den VAE - Der Countdown läuft

16.10.2017

Gepostet von Jana Krok in Berichte, Business, Fachberichte, Info, Steuer

Zum 1. Januar 2018 wird in den VAE eine Umsatzsteuer (VAT) in Höhe von 5 % eingeführt. Die rechtliche Basis für das Steuersystem der VAE bilded das “Federal Law No. 7 of 2017 for Tax Procedures“. Dieses Gesetz wurde nun veröffentlicht und definiert die Aufgaben der Steuerbehörde (Federal Tax Authority, FTA). Zudem enthält die Regelung sämtliche Rechte und Pflichten des Steuerzahlers und der Steuerbehörde und lässt sich auf die zukünftig einzuführende VAT anwenden.

Die wichtigsten VAT Regelungen im Überblick

Die Unternehmen, sofern für die Umsatzsteuer registriert, müssen die Umsatzsteuer in ihren Rechnungen ausweisen und den Umsatzsteuerbetrag an die Behörde abführen. Den Steuerbetrag der vom Unternehmen eingekauften Produkte und Dienstleistungen kann die Gesellschaft dann als Vorsteuer von der zu zahlenden Umsatzsteuer abziehen. Somit sollen Unternehmen grundsätzlich nicht von der Umsatzsteuer belastet werden.

Neben der Pflicht zur Datenaufbewahrung wird auch eine Pflicht zur Buchführung, Bilanzierung und Erstellung eines Jahresabschlusses eingeführt. Alle steuerrelevanten Dokumente wie Rechnungen, Jahresabschlüsse, Umsatzsteuererklärungen und sonstige Unterlagen müssen 5 Jahre lang aufbewahrt werden. Die Registrierung für die Umsatzsteuer kann und sollte umgehend erfolgen und spätestens zum 1. Januar 2018 abgeschlossen sein. Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 375.000 AED sind verpflichtet, sich zu registrieren. Freiwillig registrieren können sich Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 187.500 AED bis 375.000 AED. Nach erfolgreich abgeschlossener Registrierung erhält das Unternehmen eine Tax Registration Number (TRN). Diese Nummer ist bei jeder Korrespondenz und Transaktion mit der Behörde und anderen anzugeben. Quartalsweise, spätestens 28 Tage nach Quartalsende, muss das Unternehmen eine Umsatzsteuererklärung abgeben. Diese so genannten Tax Returns sollen online bei der Behörde eingereicht werden. Entsprechende Umsatzsteuerbeträge sind umgehend an die Behörde abzuführen. Alle Dokumente, Daten und Informationen müssen grundsätzlich auf Arabisch übermittelt werden.

Im Jahr 2018 rechnet die Behörde mit Einnahmen aus VAT in Höhe von 12.000.000.000 AED. Im Jahr 2019 soll dieser Betrag sogar 20.000.000.000 AED übersteigen. Es ist wahrscheinlich, dass ein Teil dieser höheren Einnahmen durch Strafgebühren und Sanktionen generiert wird, zum Beispiel wegen Nichtregistrierung zur Umsatzsteuer, Fehler in der Umsatzsteuererklärung, Verspätungen bei der Einreichung der Umsatzsteuererklärung oder bei verspäteter Abfuhr der Umsatzsteuerbeträge. Zudem hat die Behörde die Möglichkeit, sogenannte Tax Audits beim Unternehmen vor Ort durchzuführen sowie steuerrelevante Dokumente zu prüfen und zu beschlagnahmen. Des Weiteren sind Strafgebühren von bis zu 500 % der zu zahlenden Steuerlast vorgesehen sowie die Schließung des Unternehmens für bis zu 72 Stunden.

Weitere aktuelle Informationen zur VAT finden Sie auf der Homepage des Ministry of Finance unter: https://www.mof.gov.ae/En/budget/Pages/VATQuestions.aspx

Quelle: Jana Krok, LL.M.